
Pastelgrundel – Tateurndina ocellicauda
Kleiner, sehr farbiger Schläfergrundel-Verwandter aus den Regenwaldbächen des östlichen Papua-Neuguinea. Die Pastelgrundel bewohnt dort langsam fließende bis stehende, klare bis leicht bräunliche Gewässer mit feinem Sand- oder Kiesboden, dichtem Pflanzenwuchs, Wurzeln und vielen Verstecken. Sie steht meist knapp über dem Boden oder zwischen Pflanzen und eignet sich bei ruhigen Mitbewohnern gut für Gesellschaftsaquarien. Voraussetzung sind weiches bis mittelhartes Wasser, eher sanfte Strömung, hohe Sauerstoffsättigung und ein gut eingelaufenes Aquarium.
Größe & Erscheinungsbild
Tateurndina ocellicauda wird in der Natur bis etwa 7 cm groß, im Aquarium liegen die meisten Tiere bei 5–7 cm. Der Körper ist zylindrisch bis leicht seitlich abgeflacht, mit relativ großer Kopfpartie, zwei getrennten Rückenflossen und abgerundeter Schwanzflosse.
Die Grundfärbung ist pastellgelb bis cremefarben, überzogen von blau-türkisem Schimmer und leuchtend orangen bis roten Querbändern. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zeigen ein feines Muster aus farbigen Säumen und Streifen, am Schwanzstiel sitzt der namensgebende schwarze „Augenfleck“. Ausgewachsene Männchen wirken kräftiger, mit bulligem Kopf, intensiveren Farben und stärker ausgezogenen Flossen; Weibchen bleiben etwas kleiner, sind rundbauchiger und zeigen eine eher dezente Zeichnung, häufig mit leicht abgesetztem dunklem Saum an der Afterflosse, besonders in Laichstimmung.
Natürlicher Bezug & Herkunft
Die Pastelgrundel ist endemisch in Ozeanien und stammt aus dem östlichen Papua-Neuguinea, wo sie in niedergelegenen Regenwaldregionen Flüsse, Bäche und kleinere Tümpel besiedelt. Typisch sind langsam fließende bis fast stehende, klare Gewässer mit dichter Ufervegetation und vielen Unterständen.
Der Untergrund besteht meist aus feinem Sand oder feinem Kies, durchsetzt mit Steinen, Wurzeln, Totholz und Bereichen mit Laubansammlungen. Das Wasser ist ganzjährig warm, weich bis mittelhart und leicht sauer bis annähernd neutral, mit hoher Sauerstoffsättigung. Die Fische stehen in losen Gruppen knapp über dem Boden oder zwischen Pflanzen und nutzen Aufwuchsflächen an Steinen und Wurzeln als Nahrungsquelle.
Verhalten
Pastelgrundeln sind ruhige, überwiegend boden- und bodennah orientierte Fische. Sie bilden lockere Gruppenstrukturen, in denen es vor allem zwischen Männchen zu kurzen, ritualisierten Auseinandersetzungen um Reviere und Höhlen kommt. Im Normalfall bleiben diese Rangeleien bei passender Beckengröße und Strukturierung harmlos.
Gegenüber anderen kleinen, friedlichen Fischen verhalten sie sich meist tolerant, solange diese nicht zu hektisch sind und ähnliche Wasseransprüche haben. Sehr kleine Garnelen oder frisch geschlüpfte Jungfische können allerdings als Beute betrachtet werden. Am wohlsten fühlen sie sich in einer Gruppe (z. B. ein Männchen mit mehreren Weibchen oder eine kleine Gruppe mit ein bis zwei Männchen und mehreren Weibchen), in der ihr komplettes Balz- und Sozialverhalten sichtbar wird.
Aquarienhaltung
Für eine kleine Gruppe Pastelgrundeln ist ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge geeignet. Als Bodengrund empfiehlt sich feiner Sand oder sehr feiner, abgerundeter Kies, in dem die Tiere gefahrlos aufliegen und stöbern können. Dichte Randbepflanzung, Aufsitzerpflanzen auf Wurzeln und Steinen sowie Schwimmpflanzen schaffen Deckung und dämpfen das Licht, freie Bereiche bieten Schwimm- und Balzraum.
Wichtig sind zahlreiche Höhlen und Spalten (kleine Tonröhren, halbe Kokosnussschalen, unterhöhlte Wurzeln), die als Verstecke und Laichplätze dienen. Die Filterung sollte effizient, aber mit eher sanfter Strömung arbeiten; Pastelgrundeln mögen keine starke Dauerströmung, benötigen aber gut sauerstoffreiches, sehr sauberes Wasser. Eine gut bewegte Oberfläche und regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich etwa 30–50 %) sind Pflicht. Das Aquarium muss gut eingelaufen sein, da die Art empfindlich auf erhöhte Keimzahlen und Nitrit/Nitrat-Spitzen reagiert.
Wasserparameter
- Temperatur: 22–28 °C
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Härte: weich bis mittelhart
Ernährung
In der Natur ernährt sich die Pastelgrundel überwiegend von kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven, Kleinkrebsen und anderem Zooplankton, die in Bodennähe und zwischen Pflanzen aufgenommen werden. Im Aquarium nimmt sie nach Gewöhnung sehr gern feines bis mittleres, langsam sinkendes, hochwertiges Granulat für omnivore Kleinräuber sowie geeignete Boden- oder Allround-Tabletten an.
Für Kondition, Balzbereitschaft und intensive Färbung sollten regelmäßig Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven oder feine Krustentiermischungen gereicht werden. Mehrere kleinere Futtergaben über den Tag verteilt sind besser als eine große; Futter sollte möglichst in Bodennähe angeboten werden, damit die eher bodenorientierten Tiere nicht gegen sehr schnelle Oberflächenfresser konkurrieren müssen.
Fortpflanzung
Tateurndina ocellicauda ist ein typischer Höhlenlaicher mit Brutpflege durch das Männchen und lässt sich bei passenden Bedingungen gut nachzüchten. Zur Zucht richtet man ein separates Becken mit mehreren engen Höhlen (z. B. kleine Tonröhren, halbe Kokosnussschalen, Röhren unter Wurzeln) ein und pflegt darin ein Paar oder ein Männchen mit ein bis zwei Weibchen.
Nach intensiver Konditionierung mit reichlich Lebend- und Frostfutter sucht sich ein Paar eine Höhle, die vom Männchen gereinigt wird. Das Weibchen klebt ein Gelege von meist 20–100 Eiern an die Höhlendecke, anschließend übernimmt das Männchen die Bewachung und befächelt die Eier bis zum Schlupf (je nach Temperatur etwa 5–7 Tage). Die Larven bleiben zunächst in der Höhle, bis der Dottersack aufgebraucht ist, und schwimmen dann frei. Als Erstfutter eignen sich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und feines Staubfutter; eine gute Sauerstoffversorgung, sehr sauberes Wasser und vorsichtige Wasserwechsel sind für eine erfolgreiche Aufzucht entscheidend.
- Maximale Größe: ca. 6–7 cm
- Herkunft: östliches Papua-Neuguinea – langsam fließende Regenwaldbäche, kleinere Flüsse und Teiche mit dichter Vegetation
- Besonderheiten: sehr farbige, kleinbleibende Grundel für ruhige Gesellschaftsbecken ab 60 cm; Höhlenlaicher mit gut beobachtbarer Brutpflege durch das Männchen; braucht viele Verstecke, weiches bis mittelhartes, leicht saures Wasser und ein gut eingelaufenes Aquarium.
Steckbrief zum Tateurndina ocellicauda
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