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Merlins Zwerggraufrosch -

Pseudhymenochirus merlini

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Merlins Zwerggraufrosch – Pseudhymenochirus merlini

Kleinbleibender, voll aquatischer Zwergkrallenfrosch aus Westafrika und einziger Vertreter seiner Gattung. Pseudhymenochirus merlini bewohnt schattige, flache Gewässer in den Tiefland-Regenwäldern und Agrarlandschaften, meist Stillwasserzonen oder sehr langsam fließende Bäche mit wenig oder keinem Fischbestand. Im Aquarium ist der Merlins Zwerggraufrosch ein ruhiger, eher dämmerungsaktiver Bodenbewohner, der ein flaches, gut strukturiertes und sehr gut eingelaufenes Aquarium mit sanfter Filterung, hoher Wasserqualität und sicherem Deckel benötigt.

Größe & Erscheinungsbild

Merlins Zwerggraufrosch wird nur etwa 3–4 cm lang und gehört damit zu den kleinsten Vertretern der Zungenlosen (Pipidae). Der Körper ist abgeflacht, mit relativ breitem Kopf und stumpfer Schnauze; die Augen sitzen seitlich bis leicht nach oben gerichtet. Die Haut ist glatt bis fein gekörnt.

Die Grundfärbung ist grau bis braun mit unregelmäßiger, dunkler Marmorierung; die Bauchseite ist heller, gelblich bis beige. Auffällig sind die vollständig bewebten Vorder- und Hinterfüße mit kräftigen Krallen an den Hinterfüßen. Im Vergleich zu häufig angebotenen anderen Zwergkrallenfröschen wirkt Pseudhymenochirus meist etwas zierlicher und weniger kontrastreich gezeichnet. Weibchen werden in der Regel etwas größer und deutlich fülliger als Männchen, deren Körper schlanker bleibt und deren Unterarmmuskulatur in der Fortpflanzungszeit kräftiger erscheinen kann.

Natürlicher Bezug & Herkunft

Pseudhymenochirus merlini ist in einem relativ kleinen Gebiet im westlichen Afrika verbreitet: südliches Guinea-Bissau, westliches Guinea und südliches Sierra Leone. Die Art bewohnt dort vor allem flache, beschattete Stillgewässer und sehr langsam fließende, steinige Bäche in feuchten Tieflandwäldern sowie kleinräumige Wasseransammlungen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Typische Gewässer sind kleine Tümpel, flache Waldtümpel, sumpfige Bereiche und seichte, sehr langsam fließende Rinnsale mit Fels- oder Steinsubstrat. Die Ufer sind oft dicht bewachsen; Wurzeln, Steine, Totholz und Bereiche mit Laubansammlungen bieten Deckung. Das Wasser ist meist warm, relativ weich, schwach sauer bis annähernd neutral und gut mit Sauerstoff versorgt, aber ohne starke Strömung. Merlins Zwerggraufrosch meidet Gewässer mit vielen Fischen und besiedelt auch neu entstandene Kleingewässer, indem er kurze Strecken über Land zurücklegt.

Verhalten

Merlins Zwerggraufrosch ist voll aquatisch und verbringt die meiste Zeit am Boden oder auf niedrigen Strukturen, muss jedoch regelmäßig an die Oberfläche kommen, um Luft zu holen. Die Tiere sind eher dämmerungs- und nachtaktiv; tagsüber ruhen sie häufig bewegungslos zwischen Pflanzen, unter Wurzeln oder in anderen Verstecken.

Die Art zeigt ein ruhiges, soziales Verhalten und sollte grundsätzlich in einer kleinen Gruppe gehalten werden. Innerhalb der Gruppe kommt es zu leichten Rangeleien und Balzverhalten, aber nicht zu ernsthaften Verletzungen, sofern genügend Platz und Struktur vorhanden sind. Gegenüber Fischen verhalten sich die Frösche meist scheu; sehr kleine Fischarten oder Jungfische können als Beute angesehen werden, größere oder hektische Fische wiederum stressen die Frösche. Am besten funktioniert die Haltung im Artenbecken oder mit wenigen, ruhigen, kleineren Mitbewohnern, die das Futter nicht dauerhaft wegfressen.

Aquarienhaltung

Für eine Gruppe von Merlins Zwerggraufröschen empfiehlt sich ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge mit möglichst großer Grundfläche und moderater Wasserhöhe (ca. 20–30 cm). Wichtiger als das Volumen ist eine flache Wassersäule, damit die Tiere die Oberfläche zum Luftholen leicht erreichen. Das Becken sollte absolut ausbruchsicher abgedeckt sein, gleichzeitig aber eine kleine Luftschicht über der Wasseroberfläche bieten.

Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder abgerundeter Feinkies, der nicht verschluckt werden kann. Dichte Bepflanzung, Wurzeln, Steine, Felsplatten, Höhlen sowie feine Strukturen (Laub, Moospolster) schaffen Verstecke und Ruheplätze. Die Filterung sollte über einen sanft arbeitenden Schwamm- oder Innenfilter erfolgen; starke Strömung ist zu vermeiden. Eine leichte Wasserbewegung zur Sauerstoffanreicherung ist sinnvoll, aber wirbelstarke Strömung und kräftige Oberflächenbewegung überfordern diese eher mäßigen Schwimmer.

Regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich ca. 20–40 %) mit gut aufbereitetem, chlorfreiem Wasser sind für Gesundheit und Haut der Tiere wichtig. Ein stabiles, keimarmes, gut eingelaufenes Aquarium mit geringer Schadstoffbelastung ist entscheidend – kurzfristige Ammonium-/Nitritspitzen werden schlecht toleriert. Beleuchtung darf eher moderat sein; Schattenbereiche und Schwimmpflanzen werden gerne genutzt.

Wasserparameter

  • Temperatur: 23–26 °C
  • pH-Wert: 6,0–7,5
  • Härte: weich bis mittelhart

Ernährung

In der Natur ernährt sich Merlins Zwerggraufrosch von kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven, Würmern, Krebstierchen und sonstiger Kleintierfauna im und am Bodengrund. Im Aquarium ist er ein eher langsamer, „tastender“ Fresser mit mäßigem Sehvermögen – zielgenaues, bodennahes Füttern ist daher wichtig.

Als Basis können feinere, weichere, langsam sinkende, hochwertige Granulate und speziell abgestimmte Frosch- oder Bodenfisch-Tabletten dienen, die in der Nähe der Frösche angeboten werden. Unverzichtbar sind regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, Cyclops, feine Krustentier-Mischungen, Enchyträen/Grindal und kleine Stückchen von Würmern oder Muschelfleisch. Futter sollte in kleine Portionen zerteilt und möglichst in der Dämmerung oder kurz nach dem Ausschalten des Lichts angeboten werden, damit die Frösche es finden, bevor Beifische alles aufnehmen. Überfütterung und liegenbleibende Futterreste belasten das Wasser stark und sind unbedingt zu vermeiden.

Fortpflanzung

Zur Fortpflanzung bilden sich Paare, wobei das Männchen das Weibchen im typischen inguinalen Amplexus umklammert. Genaue Zuchterfahrungen mit Pseudhymenochirus sind selten, orientieren sich aber an verwandten Zwergkrallenfröschen: gelaicht wird frei im Wasser, meist in ruhigen, dicht strukturierten Bereichen. Das Weibchen gibt zahlreiche, kleine Eier ins Wasser ab, die vom Männchen befruchtet werden; eine ausgeprägte Brutpflege findet nicht statt.

Für Zuchtversuche richtet man ein eigenes, flaches Zuchtbecken mit sehr guter Wasserqualität, vielen Pflanzen und strukturreichen Zonen ein. Eine Kombination aus reichlicher Fütterung mit Lebend- und Frostfutter sowie leicht erhöhten Temperaturen kann die Laichbereitschaft fördern. Eier und später die Kaulquappen müssen vor Laichräubern geschützt und in sehr sauberem Wasser gehalten werden. Als Erstfutter eignen sich feine Staubfutter und spezielles Kaulquappenfutter; in späteren Stadien können fein zerriebene Trockenfutter und kleine Lebendfutterorganismen zugegeben werden. Die Aufzucht gilt insgesamt als anspruchsvoll und ist im Hobby deutlich seltener als die reine Haltung.

  • Maximale Größe: ca. 3–4 cm
  • Herkunft: Westafrika – südliches Guinea-Bissau, westliches Guinea, südliches Sierra Leone (schattige Still- und Schwachströmungsgewässer im Tiefland)
  • Besonderheiten: voll aquatischer Zwergkrallenfrosch, sehr klein und empfindlich gegenüber Wasserbelastung; benötigt flache Becken mit sanfter Filterung, sicherer Abdeckung, ruhiger Vergesellschaftung und gezielter, bodennaher Fütterung.

Steckbrief zum Pseudhymenochirus merlini

Nahrung

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