
Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red
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Leopard-Kaktuswels – Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red
Groß werdender Kaktuswels aus dem Pseudacanthicus-leopardus-Komplex, bei dem besonders intensiv rote bis orangefarbene Flossen selektiert wurden („Super Red“-Variante von L 600). Die Wildform stammt aus dem oberen Einzugsgebiet von Rupununi und Rio Branco (Guyana/Brasilien) mit warmem, gut durchströmtem Wasser, felsigen Zonen und tieferen Rinnen. Im Aquarium ist der Leopard-Kaktuswels ein eindrucksvoller, durchsetzungsstarker Bodenbewohner, der viel Platz, starke Filterung, reichlich Höhlen sowie ein sehr gut eingelaufenes, sauerstoffreiches Großaquarium benötigt.
Größe & Erscheinungsbild
Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red erreicht im Aquarium je nach Linie etwa 25–30 cm, einzelne Tiere können noch größer werden. Der Körper ist massiv, kräftig abgeflacht und mit typischen „Kaktus“-Odontoden (Stacheln) besetzt, die entlang der Flanken und auf dem Kopf sitzen. Die Rückenflosse ist hoch, die Brustflossen sind mächtig entwickelt, die Schwanzflosse groß und leicht gegabelt.
Die Grundfärbung ist dunkel oliv- bis schokoladenbraun, überzogen von einem dichten Muster heller, leopardenfleckiger Punkte. Charakteristisch für die Super-Red-Variante sind die intensiv rot bis orange gefärbten unpaaren Flossen (Rücken-, Fett- und Schwanzflosse) sowie häufig auch farblich betonte Brust- und Bauchflossen, insbesondere bei gut konditionierten Tieren. Jungtiere sind meist heller und kontrastreicher gezeichnet, adulte Tiere wirken dunkler und kräftiger. Männchen zeigen zur Geschlechtsreife deutlich stärkere Odontoden-Ausbildung an Kopfseiten und Brustflossenstrahlen und wirken insgesamt kantiger; Weibchen bleiben etwas kompakter und erscheinen im Bauchbereich rundlicher.
Natürlicher Bezug & Herkunft
Die Super-Red-Form geht auf Wildbestände von Pseudacanthicus leopardus aus dem Rupununi- und Rio-Branco-System zurück; im Handel werden meist nachgezogene Tiere aus selektierter Nachzucht angeboten. Die wildlebenden Vorfahren besiedeln dort tiefe, warme Flussabschnitte und Rinnen mit felsigem Untergrund, eingestreuten Sand- und Kiesflächen sowie größeren Steinen und Blöcken.
Typische Habitate sind tiefere Zonen mit moderater bis kräftiger Strömung, Rauschen/Stromschnellen über Steine/Felsplatten und ein Untergrund aus Fels, Geröll, grobem Kies und Sand. Die Tiere halten sich bevorzugt in Spalten, unter größeren Steinen und in Felshöhlen auf. Das Wasser ist ganzjährig warm, überwiegend weich bis mittelhart und leicht sauer bis annähernd neutral, mit sehr hoher Sauerstoffsättigung und geringer Trübung. Die Fische gelten als dämmerungs- bis nachtaktiv und gehen erst bei schwächerem Licht auf Nahrungssuche.
Verhalten
Leopard-Kaktuswelse sind dämmerungs- und nachtaktive Bodenbewohner mit ausgeprägtem Revierverhalten gegenüber Artgenossen und anderen größeren Harnischwelsen. Tagsüber sitzen sie meist in Höhlen, Felsspalten oder unter Wurzeln, wobei adulte Tiere ihr Versteck vehement verteidigen. Mit zunehmender Eingewöhnung sind sie auch am Tag häufiger zu sehen, besonders wenn das Becken gedämpft beleuchtet und reich strukturiert ist.
Innerartlich kann es zu heftigen Drohgebärden und körperlichen Auseinandersetzungen kommen: Aufgestellte Odontoden, Flossenspreizen und kraftvolle Stöße sind typisch. In größeren Becken mit vielen, stabilen Höhlen und Sichtbarrieren kann man mehrere Tiere pflegen; dennoch sollte man stets mit Revierstreitigkeiten rechnen. Gegenüber anderen Fischen verhalten sie sich meist tolerant, solange diese nicht zu klein (Beute) oder selbst stark revierbildend sind. Geeignet sind größere, robuste Mitbewohner wie mittelgroße bis große südamerikanische Cichliden oder andere wehrhafte Großfische, die ähnliche Wasseransprüche haben.
Aquarienhaltung
Aufgrund der Endgröße und des Revierverhaltens sollte Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red in Aquarien ab mindestens 150 cm Kantenlänge gepflegt werden; für mehrere Tiere oder große Beifische sind 180–200 cm und entsprechende Tiefe deutlich sinnvoller. Als Bodengrund eignen sich Sand oder abgerundeter Kies; wichtig ist vor allem, dass größere Steine, schwere Wurzeln und Höhlen absolut standsicher aufgebaut werden, da die Welse viel graben und sich kraftvoll bewegen.
Das Becken sollte zahlreiche Höhlen verschiedenen Durchmessers bieten (Keramik-, Schiefer- oder Steinröhren), ergänzt um große Wurzeln, Felsaufbauten und Bereiche mit Laubansammlungen. Freier Schwimmraum für nächtliche Rundgänge ist ebenfalls nötig. Eine sehr leistungsfähige Filterung (großer Außenfilter, ergänzend Strömungspumpe) und eine stark bewegte Wasseroberfläche sind bei dieser artgerechten Fleischfresser-Haltung Pflicht, um Sauerstoffgehalt hoch und Schadstoffe niedrig zu halten. Wöchentliche, große Wasserwechsel (mindestens 30–50 %) mit gut angepasstem, sauberem Wasser sowie ein sehr gut eingelaufenes Aquarium sind unverzichtbar.
Wasserparameter
- Temperatur: 25–29 °C
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Härte: weich bis mittelhart
Ernährung
Pseudacanthicus-Arten sind ausgeprägt carnivore Bodenfische, die in der Natur vor allem tierische Kost wie Krebstiere, Insektenlarven, Würmer und Aas aufnehmen. Im Aquarium bildet eine Mischung aus kräftigen, langsam sinkenden, proteinreichen Granulaten für Harnischwelse und Großcichliden sowie entsprechenden Wels- und Cichliden-Tabletten die Basis. Diese sollten möglichst in Höhlennähe oder in gut erreichbaren Bodenbereichen angeboten werden.
Unverzichtbar sind reichliche Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Krill, Garnelenstücke, Muschelfleisch, Mysis, größere Artemia, Insektenlarven oder Fischstücke. Hochwertige, fleischige Kost fördert Wachstum, Kondition und Flossenfärbung deutlich. Ein kleiner pflanzlicher Anteil (Spirulina-Anteil im Trockenfutter, gelegentlich überbrühte Gemüsechips) unterstützt die Verdauung, sollte aber nicht im Vordergrund stehen. Aufgrund des hohen Eiweißgehalts der Nahrung ist eine gute Wasserhygiene besonders wichtig; lieber mehrere kleinere Fütterungen vor allem in der Dämmerung als eine große Portion, und Futterreste konsequent entfernen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung von Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red entspricht der der Wildform und ist anspruchsvoll, aber in entsprechend großen, gut gepflegten Anlagen möglich. Es handelt sich um Höhlenlaicher mit ausgeprägter Brutpflege durch das Männchen. Zuchtversuche sollten in einem separaten, geräumigen Artbecken mit mehreren stabilen, dem Körpermaß angepassten Röhren und Höhlen erfolgen.
Nach intensiver Konditionierung mit reichlich frostiger und lebender Proteinkost sucht sich das Männchen eine Höhle, die oft etwas enger als die eigene Körperbreite ist. Dort wird das Weibchen zur Eiablage hineingelockt; das Gelege wird an der Innenwand der Höhle befestigt und vom Männchen befruchtet. Anschließend bewacht und befächelt das Männchen die Eier bis zum Schlupf und darüber hinaus, bis die Jungfische die Höhle verlassen. Die Inkubationsdauer hängt stark von der Temperatur ab (meist 5–10 Tage bis zum Schlupf, einige weitere Tage Dottersackphase). Die Jungfische lassen sich mit feinen, proteinreichen Granulaten und kleineren Lebend-/Frostfuttersorten (z. B. Artemia-Nauplien, feine Cyclops, klein gehackter Krill) aufziehen; sehr sauberes Wasser, hohe Sauerstoffsättigung und großzügige Filterkapazität sind für eine erfolgreiche Aufzucht entscheidend.
- Maximale Größe: etwa 25–30 cm, in Ausnahmefällen größer
- Herkunft: Nachzucht- und Selektionsform aus dem Pseudacanthicus-leopardus-Komplex; Wildform aus Rupununi- und Rio-Branco-System (Guyana/Brasilien)
- Besonderheiten: sehr imposanter, groß werdender Leopard-Kaktuswels mit intensiv rot/orange gefärbten Flossen; stark revierbildend, daher nur für große, stark gefilterte Aquarien mit vielen stabilen Höhlen und hoher Sauerstoffversorgung geeignet.
Steckbrief zum Pseudacanthicus cf. leopardus L-600 Super Red
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