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Peckoltia sp. L-295

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Peckoltia sp. L-295

Markant gelb-schwarz gebänderter Harnischwels aus dem Einzugsgebiet des Rio Aripuanã (Rio-Madeira-System, Brasilien). Die Tiere bewohnen Weißwasser-Flussabschnitte mit starker bis mäßiger Strömung, Geröll- und Felsbänken, größeren Steinen, eingelagerten Wurzeln sowie Bereichen mit Sand und feinem Schutt. Sie halten sich bevorzugt in strömungsreichen Zonen, an Kanten zu Kolken und hinter größeren Steinen auf, wo Aufwuchsflächen und Verstecke zusammenfallen. Im Aquarium benötigt Peckoltia sp. L-295 ein gut eingelaufenes, kräftig gefiltertes Becken mit reichlich Strömung, hohem Sauerstoffgehalt, vielen Verstecken und strukturreichen Aufwuchsflächen.

Größe & Erscheinungsbild

Peckoltia sp. L-295 erreicht in der Natur bis etwa 12–14 cm, im Aquarium bleiben die meisten Tiere bei 10–12 cm. Der Körper ist für Peckoltia typisch gedrungen, leicht hochrückig und seitlich abgeflacht, mit breitem Kopf und kräftigem Saugmaul. Kennzeichnend ist eine kontrastreiche gelb- bis orangebraune Grundfarbe mit breiten, dunklen Querbändern, die sich über Körper und unpaare Flossen ziehen; bei Jungtieren sind diese Bänder relativ gleichmäßig, bei älteren Tieren brechen sie zu unregelmäßigen Streifen und Flecken auf. Rücken- und Schwanzflosse zeigen intensiv gelb-orange dunkle Bänderung, die in dunkler eingerichteten Aquarien deutlich kräftiger wirkt. Der Körper ist von Knochenplatten bedeckt, entlang der Flanken und am Schwanzstiel finden sich feine Odontoden. Geschlechtsreife Männchen tragen verstärkten Odontodenbesatz auf den Brustflossenstrahlen und dem hinteren Körper, während Weibchen etwas fülliger und breiter wirken, besonders im Bereich hinter den Brustflossen.

Natürlicher Bezug & Herkunft

Die Form mit der L-Nummer L-295 stammt aus dem Rio Aripuanã im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, einem Nebenfluss des Rio Madeira und damit Teil des Amazonas-Systems. Fangangaben nennen Weißwasserbereiche mit Schutt- und Geröllsubstrat, großen Felsblöcken, eingelagertem Sand und teils stark strömenden Zonen bis hin zu Stromschnellen. Zwischen Geröllbänken, Felsplatten und Totholz finden sich Aufwuchsflächen aus Algenrasen und Biofilm, die als Nahrungsquelle dienen. Das Wasser ist warm (meist mittlere bis obere Zwanziger), gut mineralisiert, weich bis mittelhart, schwach sauer bis neutral und durch Strömung sehr sauerstoffreich. Saisonale Schwankungen des Wasserstands verändern Strömungsmuster und die Erreichbarkeit von Flachwasserzonen und Kolken, ohne dass es zu starken Temperaturabfällen kommt.

Verhalten

Peckoltia sp. L-295 ist überwiegend dämmerungs- bis nachtaktiv und hält sich tagsüber oft in Spalten, Höhlen oder unter Wurzeln auf. Die Tiere sind untereinander moderat territorial, insbesondere Männchen verteidigen bevorzugte Höhlen und Aufwuchssteine gegeneinander, was sich in kurzen Verfolgungsjagden, Drohposen und Körperkontakt äußert, bei ausreichend Struktur aber selten zu ernsthaften Verletzungen führt. Gegenüber anderen ruhigen Mitbewohnern ähnlicher Größe (friedliche Salmler, kleinere Buntbarsche, Panzerwelse) sind sie verträglich, solange genügend Verstecke vorhanden sind. Innerhalb der Art zeigt sich ein eher lockeres Gruppenverhalten: mehrere Tiere können zusammen gehalten werden, ohne eng zu schwärmen, profitieren aber deutlich von der Anwesenheit von Artgenossen.

Aquarienhaltung

Für ein Paar bis eine kleine Gruppe Peckoltia sp. L-295 ist ein Aquarium mit mindestens 80 cm Kantenlänge empfehlenswert; für Gruppenhaltung ist mehr Grundfläche deutlich von Vorteil. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder sehr feinkörniger, abgerundeter Kies, der sich gut reinigen lässt und Futterreste nicht festhält. Wichtig sind zahlreiche Versteckmöglichkeiten in Form von Stein- und Wurzelaufbauten, Spalten und vor allem ausreichend Höhlen (idealerweise mindestens zwei Höhlen pro Tier), deren Eingänge teilweise geschützt unter Wurzeln oder Schieferplatten liegen. Weiche Wurzeln dienen zusätzlich als Aufwuchs- und Nagefläche und ergänzen das Nahrungsspektrum. Eine kräftige Filterung mit gut bewegter Wasseroberfläche und zusätzlicher Strömung (Strömungspumpe, Diffusor) ist Pflicht, da die Art auf hohen Sauerstoffgehalt angewiesen ist. Beleuchtung eher gedämpft, gern mit Schattenzonen und dichter Randbepflanzung; der zentrale Bodenbereich sollte als Aufwuchs- und Futterzone frei bleiben. Wöchentliche Wasserwechsel von etwa 30–50 % und eine sehr gute Pflege des Bodengrundes sind entscheidend für die langfristige Gesundheit in einem gut eingelaufenen Aquarium.

Wasserparameter

  • Temperatur: 25–29 °C
  • pH-Wert: 5,5–7,5
  • Härte: weich bis mittelhart

Ernährung

Peckoltia sp. L-295 ist ein ausgeprägter Allesfresser mit leicht tierischem Schwerpunkt. In der Natur raspelt er Aufwuchs, Biofilm und Kleinalgen von Steinen und Wurzeln und nimmt dabei zahlreiche kleine Wirbellose (Insektenlarven, Krebstierchen, Würmchen) sowie organischen Detritus auf. Im Aquarium bildet eine abwechslungsreiche Basis aus hochwertigem, sinkendem Granulat für Harnischwelse und omnivoren Tabletten oder Futterchips die Grundlage, die im Strömungsbereich und auf dem Boden verteilt werden. Regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Mysis, feine Krillstücke oder Mückenlarven fördern Kondition, Wachstum und Fortpflanzungsbereitschaft. Ergänzend werden blanchiertes Gemüse (z. B. Zucchini, Gurke, Paprika) und weiche Wurzeln gern angenommen und sollten dauerhaft angeboten werden. Eine abwechslungsreiche, maßvolle Fütterung ist wichtig, um Verfettung zu vermeiden und die Wasserqualität in den eher warmen, sauerstoffreichen Becken stabil zu halten.

Fortpflanzung

Wie andere Peckoltia-Arten ist L-295 ein Höhlenlaicher mit ausgeprägter Brutpflege durch das Männchen. Zur Zucht werden enge, nur an einer Seite offene Höhlen (Tonröhren, Steinspalten, unterlegte Schieferplatten) angeboten, aus denen das Männchen mit dem Kopf zur Öffnung hin sitzt. Nach intensiver Konditionierung mit proteinreicher Kost und größeren, leicht kühleren Wasserwechseln lockt das Männchen ein Weibchen in die Höhle, wo es zur Eiablage kommt. Das Gelege wird an der Höhlenwand befestigt, anschließend vertreibt das Männchen das Weibchen und übernimmt die Pflege: es befächelt die Eier, hält die Höhle sauber und bewacht den Eingang. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach wenigen Tagen, der Dottersack wird in der Höhle aufgebraucht, bevor die Jungfische aus der Höhle ausziehen. Die Aufzucht gelingt in einem separaten, sehr sauber gehaltenen Becken mit feinem Bodengrund, reichlich Sauerstoff und kleiner Strömung; gefüttert wird zunächst mit feinem Staubfutter und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, später mit fein zerstoßenen Tabletten und Granulaten.

  • Maximale Größe: ca. 12–14 cm (im Aquarium meist 10–12 cm)
  • Herkunft: Brasilien, Rio Aripuanã (Rio-Madeira-System, Amazonas; Weißwasser mit Geröll- und Felsbänken)
  • Besonderheiten: kontrastreich gelb-schwarz gebänderter Harnischwels mit L-Nummer L-295 (identisch mit L-211); benötigt starke Filterung, hohe Sauerstoffsättigung, viele Höhlen und strukturreiche Aufwuchsflächen; omnivorer Aufwuchsfresser mit deutlichem Bedarf an tierischer Kost und pflanzlichen Ergänzungen.

Steckbrief zum Peckoltia sp. L-295

Herkunftsland

Länge in cm

Nahrung

, ,

Schwarmgröße

Aufenthaltsbereich

Temperatur in °C

Wildfang oder Nachzucht?

Größe der Tiere