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Blehers Rotkopfsalmler -

Hemigrammus bleheri

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Blehers Rotkopfsalmler – Hemigrammus bleheri

Sehr beliebter Schwarmfisch aus dem nördlichen Amazonasgebiet, dessen natürliche Vorkommen vor allem im Einzugsgebiet von Rio Negro (Brasilien) und Rio Meta (Kolumbien) liegen. Blehers Rotkopfsalmler besiedelt dort warme, weiche, oft leicht bernsteinfarbene Schwarzwasser- und Klarwasserbereiche mit feinem Sand, Wurzeln, Totholz und dichter Ufervegetation. Im Aquarium ist er ein ausgesprochen friedlicher, lebhafter Salmler, der als Wasserqualitäts-Indikator gilt – eine kräftig rote Kopfzeichnung und ein ruhiges Schwimmverhalten setzen weiches, sehr sauberes Wasser und ein gut eingelaufenes Aquarium voraus.

Größe & Erscheinungsbild

Hemigrammus bleheri erreicht im Aquarium in der Regel 4–5 cm Gesamtlänge. Der Körper ist schlank, seitlich abgeflacht und silbrig transparent mit leicht grünlichem bis goldigem Schimmer. Der Kopf zeigt die namensgebende intensive Rotfärbung, die bei dieser Art relativ weit nach hinten reicht und mindestens bis hinter den Kiemendeckel zieht – ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von nah verwandten „Rotmaul“-Arten.

Die Schwanzflosse trägt ein charakteristisches Muster: mehrere scharf abgegrenzte, schwarze Querbänder, die sich mit weißen Zonen abwechseln. Die übrigen Flossen sind überwiegend transparent bis leicht milchig, die Rückenflosse steht etwa auf der Körpermitte. Geschlechtsunterschiede sind wenig ausgeprägt; gut genährte Weibchen wirken rundbauchiger, während Männchen tendenziell etwas schlanker bleiben. Eingefallene Bäuche oder verblassende Kopfzeichnung sind frühe Hinweise auf Stress oder schlechte Wasserqualität.

Natürlicher Bezug & Herkunft

Die Art wurde aus dem mittleren Rio-Negro-Gebiet beschrieben und kommt außerdem in Zuflüssen des Río Meta (Orinoco-System) vor. Es handelt sich um typische Schwarzwasser- und Klarwasserhabitate des nördlichen Amazonasraums in Brasilien und Kolumbien. Die Gewässer sind durch huminsäurehaltigen Eintrag aus Regenwald- und Überschwemmungsgebieten häufig tee- bis bernsteinfarben, mit sehr niedrigem Leitwert und äußerst geringer Karbonathärte.

Blehers Rotkopfsalmler hält sich bevorzugt in ruhigeren Uferzonen, Altarmen und überschwemmten Waldflächen auf, wo feiner Sand, eingestreute Blätter, Wurzeln, Totholz und Bereiche mit Laubansammlungen den Untergrund prägen. Das Wasser ist ganzjährig warm, sehr weich bis weich, deutlich sauer bis annähernd neutral und extrem sauerstoffreich, obwohl es optisch oft dunkel wirkt. In diesen Habitaten bilden die Fische große Trupps, die im Mittelwasser über Aufwuchsflächen und zwischen Wurzeln auf Nahrungssuche gehen.

Verhalten

Blehers Rotkopfsalmler ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte im Aquarium immer in einer Gruppe von mindestens 10–15 Tieren gepflegt werden. In der Gruppe zeigt sich ein harmonisches, fließendes Schwimmverhalten; Einzeltiere oder zu kleine Gruppen wirken nervös und blass. Die Fische halten sich überwiegend im Mittelwasser und im oberen Bodennahbereich auf und nutzen die komplette Beckenlänge.

Gegenüber anderen friedlichen Arten ist Hemigrammus bleheri sehr verträglich. Ideal sind ruhige, ähnlich kleine Beifische wie andere Salmler, kleine Bärblinge, Zwergcichliden und Panzerwelse, die die weichen, leicht sauren Bedingungen teilen. Sehr große, räuberische oder extrem hektische Mitbewohner sollten vermieden werden. Die Kopfzeichnung reagiert sensibel auf Stress: verblassendes Rot weist fast immer auf Probleme mit Wasserwerten, Temperatur oder Besatzdichte hin und ist damit ein wertvoller „optischer Melder“ für die Wasserqualität.

Aquarienhaltung

Für einen Schwarm Blehers Rotkopfsalmler empfiehlt sich ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge mit guter Schwimmstrecke. Ein dunkler Feinsand- oder feiner Kiesboden bringt die Färbung besonders gut zur Geltung. Wurzeln, Äste, verzweigtes Totholz und Steine schaffen Struktur und Rückzugsbereiche; dichte Pflanzengruppen im Hintergrund und an den Seitenwänden sowie Schwimmpflanzen sorgen für gedämpftes Licht und Sicherheit.

Da die Art sehr empfindlich auf Schwankungen und Belastungen reagiert, sind eine zuverlässige, aber nicht zu aggressive Filterung und regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich etwa 30–50 %) Pflicht. Eine leicht bernsteinfarbene Färbung durch Laub und Erlenzapfen ist willkommen und unterstützt die Nachbildung des Schwarzwasserbiotops. Wichtig sind langfristig stabile Bedingungen in einem gut eingelaufenen Aquarium mit möglichst niedriger Keimbelastung; frisch eingerichtete oder stark schwankende Becken sind ungeeignet. Eine gut bewegte Wasseroberfläche sichert ausreichende Sauerstoffsättigung, ohne die Fische mit zu starker Strömung zu stressen.

Wasserparameter

  • Temperatur: 24–28 °C
  • pH-Wert: 5,5–7,0
  • Härte: sehr weich bis weich

Ernährung

In der Natur frisst Hemigrammus bleheri vor allem kleine Wirbellose (Insektenlarven, Kleinkrebse, Zooplankton) sowie feinste Aufwuchspartikel, die im freien Wasser oder knapp über dem Bodengrund aufgenommen werden. Im Aquarium nimmt er nach Eingewöhnung sehr gut feines bis mittleres, langsam sinkendes hochwertiges Granulat für omnivore Kleinfische sowie entsprechende Flocken und kleine Allround-Tabletten an, die im Schwimm- und Mittelwasserbereich angeboten werden.

Für Kondition, Laichbereitschaft und intensive Rotfärbung sind regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wichtig, etwa Cyclops, Artemia, Daphnien oder feine Mückenlarven. Ein kleiner pflanzlicher Anteil (z. B. Spirulina-haltige Granulate) unterstützt die Verdauung, sollte aber nicht dominieren. Mehrere kleine Futtergaben über den Tag verteilt entsprechen dem natürlichen Such- und Sammelverhalten und helfen, die Wasserbelastung gering zu halten.

Fortpflanzung

Blehers Rotkopfsalmler ist ein freier Eierstreuer ohne Brutpflege, dessen Nachzucht im Aquarium als anspruchsvoll gilt. Für Zuchtversuche richtet man ein separates, eher dunkles Zuchtbecken mit sehr weichem, deutlich saurem Wasser (sehr niedrige Gesamthärte, pH näher bei 5,5–6,0), feinfiedrigen Pflanzenbeständen (z. B. Javamoos) oder Laichmopps und schwacher Beleuchtung ein.

Ein gut konditioniertes Paar oder eine kleine Gruppe wird eingesetzt; zum Ablaichen suchen die Tiere dichte Pflanzenpolster auf und geben dort die Eier frei, die zwischen den feinen Strukturen hängenbleiben. Die Eltern fressen den Laich, daher müssen entweder die Zuchttiere nach dem Ablaichen entfernt oder der Laich in ein separates Aufzuchtgefäß überführt werden. Die Eier sind lichtempfindlich und sollten abgedunkelt werden, um Verpilzung zu vermeiden. Bei erhöhter Temperatur (ca. 26–28 °C) schlüpfen die Larven nach wenigen Tagen; sie sind sehr klein und werden zunächst mit Infusorien und feinstem Staubfutter, anschließend mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien weitergefüttert. Extrem sauberes, keimarmes Wasser ist für eine erfolgreiche Aufzucht entscheidend.

  • Maximale Größe: ca. 4–5 cm
  • Herkunft: nördliches Südamerika – vor allem mittleres Rio-Negro-Gebiet (Brasilien) und Zuflüsse des Río Meta (Kolumbien)
  • Besonderheiten: empfindlicher Schwarzwasser-Schwarmfisch und klassischer „Anzeige-Fisch“ für Wasserqualität; benötigt weiches, sehr sauberes, leicht saures Wasser, dichte Bepflanzung, größere Schwärme und ein gut eingelaufenes Aquarium ab 80 cm.

Steckbrief zum Hemigrammus bleheri

Nahrung

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