
Apistogramma sp Cuiari
Noch unbeschriebener, sehr seltener Zwergbuntbarsch aus dem Einzugsgebiet des Rio Cuiari (oberer Rio-Negro-Bereich im Osten Kolumbiens). Die Art bewohnt typische Schwarzwasser-Nebenbäche mit dunklem, huminstoffreichem Wasser, feinem Sand, Bereichen mit Laubansammlungen, reichlich Wurzelwerk und versunkenen Ästen bei eher ruhiger bis mäßiger Strömung und sehr geringem Mineralgehalt. Im Aquarium gilt Apistogramma sp Cuiari als anspruchsvoller, aber bei passenden Bedingungen robuster Pflegling, der ein gut eingelaufenes, weiches Schwarzwasser-Aquarium mit vielen Verstecken benötigt.
Größe & Erscheinungsbild
Männchen von Apistogramma sp Cuiari erreichen etwa 6–7 cm, Weibchen bleiben mit rund 4–5 cm deutlich kleiner. Der Körper ist relativ langgestreckt, seitlich nur mäßig abgeflacht und wirkt bei Männchen etwas hochrückiger. Charakteristisch ist ein aus rauten- oder sechseckigen Flecken aufgebautes, ketten- bzw. gitterartiges Seitenband, das je nach Stimmung als durchgehende Binde, in einzelne Seitenflecken aufgelöst oder nahezu „verschwunden“ erscheinen kann. Mehrere schwache Vertikalbinden und ein variabler Schwanzwurzelfleck ergänzen das Muster.
Die Grundfärbung der Männchen reicht je nach Stimmung von silbrig-beige über leicht grünlich bis violettgrau, mit bläulich schimmernden Schuppen, rötlichen Punkten in den Flossen und oft orangegelb betonten unpaaren Flossen. Die Rückenflosse ist lang ausgezogen, die Bauch- und Afterflosse zeigen verlängerte Strahlen. Weibchen sind deutlich kleiner und kompakter, außerhalb der Fortpflanzung eher unscheinbar beige bis graugelb gefärbt. In Brutstimmung färben sie sich intensiv gelb mit stark kontrastierenden schwarzen Zeichnungselementen (Seitenband, Kopfstreifen), das „Schachbrett“-Muster aus Seiten- und Rückenflecken kann dann besonders deutlich werden.
Natürlicher Bezug & Herkunft
Apistogramma sp Cuiari stammt aus dem kolumbianischen Rio-Cuiari-Gebiet, einem Schwarzwasser-Zufluss des oberen Rio Negro. Dort besiedelt die Art vor allem kleine Wald- und Uferbäche, flache Randzonen und überflutete Waldbereiche (Igapó) mit langsam fließendem, sehr weichem, saurem Wasser. Das Wasser ist durch Huminstoffe stark bernsteinfarben bis dunkelbraun gefärbt, die Leitfähigkeit sehr niedrig und der pH-Wert deutlich im sauren Bereich.
Der Untergrund besteht überwiegend aus feinem Sand mit eingestreuten Wurzeln, Ästen, Falllaub und einzelnen Steinen. Bereiche mit Laubansammlungen, Wurzelgeflechte und unterspülte Ufer bilden das typische Mikrohabitat, in dem die Tiere zwischen Deckung und offenen Sandflächen wechseln. Trotz teilweise hoher Temperaturen ist der Sauerstoffgehalt durch ständige leichte Strömung und große Kontaktfläche zwischen Wasser und Luft in den Flachbereichen ausreichend, extreme Keimbelastung wird durch den geringen Nährstoffgehalt begrenzt.
Verhalten
Apistogramma sp Cuiari ist ein bodenorientierter, territorialer Zwergbuntbarsch mit ausgeprägtem Sexualdimorphismus. Die Tiere halten sich überwiegend im unteren und mittleren Wasserdrittel in unmittelbarer Bodennähe auf und nutzen Wurzeln, Höhlen und Laubansammlungen als Deckung. Männchen besetzen relativ großflächige Reviere, die mehrere Verstecke und potenzielle Laichplätze umfassen; Weibchen verteidigen kleinere Brutreviere rund um ihre Höhle.
Innerartlich zeigt die Art ein deutliches Dominanz- und Rangordnungsverhalten mit Drohposen, lateralen Präsentationen, Flossenspreizen und kurzen Verfolgungsjagden. Gegenüber anderen Fischen wirkt sie oft erstaunlich durchsetzungsstark: auch größere Arten werden an „ihrem“ Futterplatz nicht ohne Weiteres geduldet. Sehr ruhige, zurückhaltende Arten können dadurch langfristig unterdrückt werden. Am besten bewährt haben sich Paar- oder Haremshaltung (ein Männchen mit 2–3 Weibchen) in gut strukturierten Becken; Vergesellschaftung nur mit robusten, friedlichen Salmlern oder Oberflächenfischen, die die unteren Zonen wenig beanspruchen.
Aquarienhaltung
Für ein Paar Apistogramma sp Cuiari ist ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge das absolute Minimum; für Haremshaltung oder Vergesellschaftung sind 80 cm oder mehr deutlich empfehlenswerter. Entscheidend ist eine großzügige Bodenfläche mit feinem Sand als Bodengrund, damit die Tiere gefahrlos gründeln und kleine Mulden anlegen können. Mehrere Höhlen (Tonröhren, Kokosnussschalen, enge Spalten unter Wurzeln), reichlich verzweigtes Wurzelholz, Äste und Steinaufbauten schaffen Sichtbarrieren und Reviergrenzen.
Eine dickere Schicht aus getrockneten Blättern (z. B. Buche, Seemandel) simuliert Bereiche mit Laubansammlungen, liefert Huminstoffe und zusätzliche Verstecke. Dichte Randbepflanzung und Schwimmpflanzen sorgen für gedämpftes Licht; offene Sandzonen bleiben für die Balz und Nahrungssuche frei. Die Filterung sollte ausreichend leistungsstark sein, jedoch keine zu starke Punktströmung im Bodenniveau erzeugen; eine leicht diffuse Strömung und gut bewegte Wasseroberfläche sichern Sauerstoffversorgung und biologische Stabilität. Wöchentliche Wasserwechsel von etwa 30–50 % mit sehr weichem, leicht angesäuertem Wasser sind für diese Schwarzwasserart Pflicht. Ein gut eingelaufenes Aquarium mit konstanten, niedrigen Keimzahlen ist Voraussetzung für langfristige erfolgreiche Pflege.
Wasserparameter
- Temperatur: 24–27 °C
- pH-Wert: 4,5–6,0
- Härte: sehr weich bis weich
Ernährung
Apistogramma sp Cuiari ist ein überwiegend carnivorer Mikrojäger, der in der Natur kleine Wirbellose aus Sand, Laub und Biofilm pickt. Im Aquarium sollte die Basis aus feinem, langsam sinkendem hochwertigem Granulat für Zwergcichliden und kleinen, eiweißbetonten Tabletten bestehen, die in Bodennähe angeboten werden. Unverzichtbar für Kondition, Färbung und Zuchterfolg sind regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Cyclops, Artemia, Daphnien, Mückenlarven oder feinen Krustentier- und Insektenlarven-Stücken.
Übermäßig fettreiche Futtersorten sollten vermieden werden, da die Tiere bei zu reichlicher, schwerer Kost schnell verfetten und träge werden. Besser sind mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt, idealerweise bei leicht gedämpfter Beleuchtung, damit auch rangniedere Tiere sicher Futter aufnehmen können. Pflanzliche Bestandteile spielen nur eine untergeordnete Rolle und werden vor allem über Kleinstaufwuchs und Beimengungen im Trockenfutter aufgenommen.
Fortpflanzung
Apistogramma sp Cuiari ist ein typischer Höhlenlaicher mit ausgeprägter Brutpflege. Ein dominantes Männchen besetzt ein Revier mit mehreren Höhlen, aus denen sich ein laichbereites Weibchen eine geeignete Höhle auswählt. Die Eiablage erfolgt an der Höhlendecke oder -wand; das Weibchen betreut Gelege und Larven, bewacht die Höhle und fächelt kontinuierlich Frischwasser zu. Das Männchen konzentriert sich auf die Revierverteidigung und hält andere Fische vom Brutbereich fern.
Für gute Befruchtungs- und Schlupfraten ist sehr weiches, stark saures Wasser entscheidend; in der Praxis werden pH-Werte im Bereich von etwa 4,5–5,5 und extrem niedrige Leitfähigkeit angestrebt. Nach dem Schlupf bleiben die Larven zunächst in der Höhle, bis der Dottersack aufgebraucht ist; anschließend führt das Weibchen den Jungfischschwarm über den Boden. Als Erstfutter eignen sich sehr feine Lebendfutterorganismen (z. B. frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Rädertierchen) und hochwertiges Staubfutter. Häufige, vorsichtige Wasserwechsel mit identischen Wasserwerten und eine dichte Struktur mit Laub und Feinwurzeln erhöhen die Aufzuchtrate deutlich.
- Maximale Größe: ca. 6–7 cm (Männchen), 4–5 cm (Weibchen)
- Herkunft: östliches Kolumbien, Schwarzwasser-Zuflüsse des oberen Rio Negro (Rio Cuiari; kleine Wald- und Uferbäche, überflutete Waldbereiche mit Sandboden, Wurzeln und Bereichen mit Laubansammlungen)
- Besonderheiten: extrem weiches, saures Schwarzwasser erforderlich; deutlich durchsetzungsstarker Zwergbuntbarsch – am besten als Paar/Harem im Artenbecken oder mit robusten, friedlichen Beifischen; benötigt feinen Sand, reichlich Höhlen, Wurzelholz, Laubschicht und konsequent gepflegte, huminstoffreiche Wasserqualität.
Steckbrief zum Apistogramma sp Cuiari
| Nahrung |
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