
Acheilognathus tonkinensis
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Regenbogenbitterling – Acheilognathus tonkinensis
Großer, hochrückiger Bitterling aus Flusssystemen des nördlichen Vietnams, des südlichen China und aus Laos. Acheilognathus tonkinensis bewohnt langsam bis mäßig strömende Flussabschnitte mit Kies- bis Sandgrund, dichter Ufervegetation, gutem Sauerstoffgehalt und Vorkommen geeigneter Süßwassermuscheln als Laichwirte. Im Aquarium ist der Regenbogenbitterling ein farbprächtiger, friedlicher Schwarmfisch, der kühles bis gemäßigt warmes, sehr sauberes Wasser, reichlich Bepflanzung und ein sehr gut eingelaufenes Aquarium benötigt.
Größe & Erscheinungsbild
Regenbogenbitterlinge erreichen je nach Herkunft und Haltungsbedingungen gewöhnlich etwa 8–10 cm, in Einzelfällen bis zu ca. 12 cm. Die Art ist auffallend hochrückig, seitlich stark abgeflacht und erinnert damit eher an eine kleine Brasse als an typische Kleinkarpfen. Der Kopf ist relativ klein, das Maul endständig, die Augen groß; die Rückenflosse sitzt weit hinten, die Schwanzflosse ist leicht gegabelt.
Männchen sind zur Laichzeit spektakulär gefärbt: Der Körper schillert in intensiven Blau-, Grün-, Gelb- und Orangetönen, wobei Rücken und Oberflanke metallisch grünblau glänzen, die Mitte des Körpers goldig bis orange und der Schwanzstiel sowie die Schwanzflosse kräftig rot bis karmin gefärbt sein können. Die unpaaren Flossen zeigen oft helle Säume oder Punktreihen. Weibchen wirken silbriger bis hellgrau mit nur leichtem Metallglanz und deutlich geringerer Rotfärbung an Schwanzstiel und Flossen; sie bleiben etwas gedrungener und rundbauchiger. Während der Fortpflanzungszeit bilden die Weibchen einen langen, dünnen Eiablageschlauch aus.
Natürlicher Bezug & Herkunft
Acheilognathus tonkinensis ist in Teilen Ostasiens verbreitet: im nördlichen Vietnam (u. a. Tonkin/Roten-Fluss-System), im südlichen China (z. B. Jangtse- und Nebenflüsse) sowie im Nam-Mat-Becken in Laos. Die Art besiedelt vor allem Unter- und Mittelläufe von Flüssen sowie größere Bäche mit ruhigen Uferzonen.
Typische Habitate sind flache bis mittel tiefe Bereiche mit langsamer bis mäßiger Strömung, sandig-kiesigem Untergrund, eingestreuten Steinen, Wurzeln und Bereichen mit Laubansammlungen. Dichte Unterwasser- und Ufervegetation sorgt für Deckung und Aufwuchsflächen, das Wasser ist klar bis leicht getrübt, gut durchlüftet und nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich. Entscheidend ist das Vorkommen geeigneter Süßwassermuscheln, in deren Kiemenhöhlen die Eier abgelegt werden; Regenbogenbitterlinge halten sich daher häufig in Muschelreichen Flachwasserzonen auf.
Verhalten
Regenbogenbitterlinge sind friedliche, gesellige Schwarmfische. Sie schwimmen überwiegend in den mittleren Wasserschichten und ziehen in lockeren Gruppen durch das Becken. Ab einer Gruppengröße von etwa 8–10 Tieren zeigt sich ein natürliches Sozialverhalten mit ständigen Positionswechseln, kurzen Verfolgungen und gemeinsamen Futtertouren.
Zur Laichzeit bilden die Männchen kleine Balzareale über Muscheln oder in deren Nähe und präsentieren dort ihre intensiven Farben. Im Vergleich zu vielen Barben sind die innerartlichen Auseinandersetzungen meist kurz und ritualisiert, ernste Verletzungen sind bei ausreichend Platz und Deckung selten. Gegenüber anderen Fischen verhalten sich Regenbogenbitterlinge friedlich; sie passen gut zu ruhigen, nicht zu kleinen Mitbewohnern wie anderen Karpfenfischen ähnlicher Größe, kleineren Schmerlen oder Panzerwelsen. Sehr kleine Fische und Garnelen-Nachwuchs können als Beute angesehen werden; extrem hektische oder stark revierbildende Arten sollten vermieden werden.
Aquarienhaltung
Aufgrund der Körpergröße und des Schwimmverhaltens empfiehlt sich ein Aquarium ab 80–100 cm Kantenlänge, für größere Gruppen eher 100–120 cm. Ein heller Sand- oder feiner Kiesboden, kombiniert mit abgerundeten Steinen, Wurzeln und reichlich Bepflanzung, bildet die Grundlage. Dichte Pflanzenbestände entlang der Rück- und Seitenwände sowie Schwimmpflanzen schaffen Rückzugsmöglichkeiten und dämpfen das Licht, während offene Zonen in der Beckenmitte als Schwimmraum dienen.
Eine leistungsfähige Filterung mit moderater Strömung und gut bewegter Oberfläche ist wichtig, da Regenbogenbitterlinge sauerstoffreiches Wasser schätzen und empfindlich auf hohe Keim- und Schadstoffbelastung reagieren. Regelmäßige, größere Wasserwechsel (z. B. wöchentlich 30–50 %) mit gut angepasstem, sauberem Wasser sind Pflicht. Die Art eignet sich sehr gut für ungeheizte Wohnraumaquarien mit saisonalen Temperaturschwankungen; für Zuchtansätze kann eine ausgeprägte „Winterphase“ mit abgesenkter Temperatur sinnvoll sein. Ein sehr gut eingelaufenes Aquarium mit gewissem Mulm- und Aufwuchsanteil unterstützt das natürliche Such- und Zupfverhalten.
Wasserparameter
- Temperatur: 18–24 °C (kurzfristig auch darüber, zur Überwinterung gerne kühler)
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Härte: weich bis mittelhart
Ernährung
In der Natur ernähren sich Regenbogenbitterlinge überwiegend omnivor von kleinen Wirbellosen (Insektenlarven, Kleinkrebsen, Zooplankton) sowie von feinem Aufwuchs und organischem Detritus, den sie zwischen Pflanzen, Steinen und im Mulm aufnehmen. Im Aquarium nehmen sie nach Gewöhnung gierig feines bis mittleres, langsam sinkendes hochwertiges Granulat für omnivore Karpfenfische sowie geeignete Flockenfutter an; ergänzend können kleine Allround-Tabletten angeboten werden, die sie aus dem Mittelwasser aufsammeln.
Für Kondition, Wachstum und intensive Färbung sollten regelmäßig Lebend- und Frostfutter wie Cyclops, Artemia, Daphnien und kleine Mückenlarven gereicht werden. Ein moderater pflanzlicher Anteil (Spirulina-haltige Granulate, fein gehackte Grünfutteranteile) unterstützt die Verdauung. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind ideal, um das natürliche Suchverhalten zu nutzen und die Wasserbelastung gering zu halten.
Fortpflanzung
Wie alle Bitterlinge ist Acheilognathus tonkinensis ein ausgeprägter Muschelbrüter. Zur Laichzeit (in der Natur meist Frühling, nach kühler Winterphase) bilden Männchen Balzreviere über oder in unmittelbarer Nähe geeigneter Süßwassermuscheln. Die Weibchen entwickeln einen langen Eiablageschlauch, mit dem sie die Eier tief in die Kiemenhöhle der Muschel einführen. Das Männchen gibt seine Spermien in der Nähe der Muschelöffnung ab; die Befruchtung erfolgt im Inneren der Muschel.
Die Embryonen entwickeln sich geschützt zwischen den Kiemenblättern, die Larven verlassen nach der Dottersackphase die Muschel als bereits weit entwickelte Jungfische. Für Zuchtversuche im Aquarium sind lebende, gesunde Muscheln (z. B. Körbchen- oder Teichmuscheln), sehr sauberes Wasser, eine deutlich kühlere Winterphase mit reduzierter Beleuchtungsdauer und reichliche Fütterung der Elterntiere wichtig. Die Aufzucht der Jungfische gelingt mit feinem Staubfutter und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien in gut gefilterten, keimarmen Aufzuchtbecken.
- Maximale Größe: meist 8–10 cm, in Ausnahmefällen bis etwa 12 cm
- Herkunft: nördliches Vietnam, südliches China, Laos (Flusssysteme u. a. des Roten Flusses, Jangtse und Nam-Mat-Beckens)
- Besonderheiten: groß werdender, sehr farbenprächtiger Bitterling mit spektakulären Regenbogenfarben der Männchen; Muschelbrüter mit interessantem Fortpflanzungsverhalten; ideal für gut bepflanzte, ungeheizte bis mäßig beheizte Aquarien mit reichlich Muscheln und stabilen, sehr sauberen Wasserverhältnissen.
Steckbrief zum Acheilognathus tonkinensis
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