1
Einfach
Amerikanische Rotflossenorfe -

Notropis lutrensis

zzgl. Versandgebühren

derzeit nicht vorrätig


Amerikanische Rotflossenorfe – Notropis lutrensis

Temperierter, sehr lebhafter Schwarmfisch aus Nordamerika, ursprünglich im Mississippi-Becken und angrenzenden Flusssystemen verbreitet. Die Amerikanische Rotflossenorfe besiedelt ein breites Spektrum an Gewässertypen – von ruhigen Altarmen und Rückhaltungen über leicht strömende Flussabschnitte bis zu Rauschen/Stromschnellen über Sand- und Schluffsubstraten – und gilt als ausgesprochener Generalist. Im Aquarium ist sie ein daueraktiver, temperaturliebender Freiwasserfisch, der viel Schwimmraum, hohe Sauerstoffsättigung und eine größere Gruppe Artgenossen benötigt; gepflegt werden sollte sie in einem gut eingelaufenen Aquarium mit stabilen, eher härteren Wasserwerten.

Größe & Erscheinungsbild

Amerikanische Rotflossenorfen erreichen im Aquarium in der Regel 7–8 cm Gesamtlänge, einzelne Tiere können bis etwa 9 cm groß werden. Der Körper ist für nordamerikanische Weißfische typisch etwas hochrückig und seitlich komprimiert, mit endständigem Maul und relativ großem Auge. Die Rückenflosse sitzt leicht nach hinten versetzt, die Schwanzflosse ist gegabelt.

Außerhalb der Laichzeit zeigen beide Geschlechter silbrig glänzende Flanken mit heller Bauchseite und olivgrünem bis graubraunem Rücken. Zur Fortpflanzungszeit färben sich die Männchen intensiv: die Flanken schimmern rosa bis purpur mit blauen Reflexen, Kopfpartie und Flossen nehmen einen kräftig roten Ton an, während die Rückenflosse dunkler bleibt. Weibchen bleiben insgesamt dezenter gefärbt und wirken fülliger, besonders im Bauchbereich. Die Art kann leicht mit europäischen Weißfischen (Rotauge, Rotfeder, Orfe) verwechselt werden, bleibt aber meist etwas gedrungener und zeigt zur Laichzeit deutlichere Rotfärbung der Flossen.

Natürlicher Bezug & Herkunft

Die Amerikanische Rotflossenorfe stammt ursprünglich aus Nordamerika, vor allem aus dem Mississippi-Becken: von südlichem Wisconsin und östlichem Indiana über South Dakota und Wyoming bis nach Louisiana, außerdem aus dem Rio-Grande-System und angrenzenden Regionen. Durch Verschleppung als Köderfisch wurde sie in zahlreiche weitere US-Bundesstaaten und nach Nordmexiko eingeführt.

Im natürlichen Lebensraum besiedelt die Art sehr unterschiedliche Gewässer: Alt- und Seitenarme, Rückhaltebecken, Flussmündungen, Staubereiche und Hauptströme mit sandigem oder lehmigem Untergrund, Rauschen/Stromschnellen über Steine/Felsplatten und tiefere Gumpen. Die Gewässer sind meist klar bis leicht eingetrübt, oft deutlich schlamm- und schwebstoffreich, aber gut sauerstoffversorgt. Amerikanische Rotflossenorfen tolerieren hohe Trübung, starke Temperaturschwankungen und zeitweise niedrigen Sauerstoffgehalt, meiden jedoch ausgeprägt saure Gewässer. Sie gelten als typische „Pionierfische“, die auch in belasteten, kanalförmigen oder periodisch trockenfallenden Gewässern stabile Bestände bilden können.

Verhalten

Amerikanische Rotflossenorfen sind sehr aktive, tagaktive Schwarmfische, die überwiegend im Mittel- bis Oberwasser in dauernder Bewegung sind. Sie bilden lockere Verbände, die bei Störungen oder Futtergaben zu dichteren Schwärmen zusammentreten. Innerhalb der Gruppe kommt es regelmäßig zu kurzen Verfolgungsjagden und Imponierverhalten, insbesondere unter Männchen in Balzstimmung, ohne dass es in ausreichend großen Becken zu ernsten Verletzungen kommt.

Die Art gilt als robust, kann aber recht forsch auftreten und langsamere, langflossige Fische (z. B. Schleierformen) durch Flossenzupfen stressen. Ideal ist die Vergesellschaftung mit ebenfalls schnellen, widerstandsfähigen Arten ähnlicher Größe, die nicht überlange Flossen besitzen. Eine Haltung in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren, besser mehr, reduziert innerartliche Aggressionen und verteilt den Bewegungsdrang auf den gesamten Schwarm.

Aquarienhaltung

Aufgrund der Endgröße und der sehr hohen Schwimmaktivität sollte die Amerikanische Rotflossenorfe nicht in kleinen Becken gepflegt werden. Für eine Gruppe wird ein Aquarium mit mindestens 80 cm Kantenlänge empfohlen, für große Schwärme 100 cm oder mehr. Wichtig ist eine lange Schwimmstrecke im Mittelwasser, weshalb der Vorder- und Mittelgrund relativ frei bleiben sollte.

Als Bodengrund eignen sich feiner Sand oder abgerundeter Feinkies; in Kombination mit größeren Steinen, Wurzeln und einigen robusten Pflanzen entstehen abwechslungsreiche Strukturen. Bereiche mit Laubansammlungen können eingearbeitet werden, spielen für diese Art aber eine untergeordnete Rolle. Die Filterung darf kräftig sein und eine gut bewegte Wasseroberfläche erzeugen; eine starke Sauerstoffversorgung ist besonders bei höheren Temperaturen zwingend. Da es sich um eine temperierte Art handelt, ist in normal geheizten Wohnräumen meist keine zusätzliche Beheizung notwendig – entscheidend sind stabile Temperaturen im mittleren Bereich und ein gut eingelaufenes Aquarium mit regelmäßigen, größeren Wasserwechseln (wöchentlich etwa 30–50 %).

Wasserparameter

  • Temperatur: 18–25 °C
  • pH-Wert: 6,5–8,0
  • Härte: weich bis mittelhart

Ernährung

In der Natur ist die Amerikanische Rotflossenorfe ein ausgeprägter Allesfresser: sie nimmt aquatische Wirbellose, ins Wasser fallende Insekten, kleine Krebstiere, Algen und Aufwuchs sowie Detritus auf und frisst in vielen eingeführten Beständen auch Laich anderer Fischarten. Im Aquarium sollte die Basis aus fein bis mittelfein sinkendem, hochwertigem Granulat für omnivore Freiwasserfische bestehen, ergänzt durch geeignete Flocken und kleinere Cichliden- oder Bodenfisch-Tabletten, die auch im Mittelwasser gut erreichbar sind.

Regelmäßige Gaben von Lebend- und Frostfutter wie Cyclops, Artemia, Daphnien, feinen Mückenlarven und kleinen Wasserflöhen fördern Färbung, Vitalität und Fortpflanzungsbereitschaft deutlich. Ein gewisser pflanzlicher Anteil (z. B. Spirulina-haltige Futtersorten, überbrühter Blattspinat oder feine Gemüsechips) unterstützt Verdauung und Kondition. Mehrere kleinere Futtergaben über den Tag verteilt sind einer großen vorzuziehen, um Wasserbelastung zu vermeiden und das natürliche Such- und Schwarmverhalten anzuregen.

Fortpflanzung

Die Amerikanische Rotflossenorfe ist ein freilaichender Substratlaicher, der in der Natur über einen langen Zeitraum (etwa Mitte April bis September) immer wieder Eier abgibt. Weibchen produzieren mehrfach kleinere Eipakete pro Tag, die an Steine, Wurzeln oder dichte Vegetation angeklebt werden; eine Brutpflege findet nicht statt. In freier Wildbahn kommt es häufig zu gemeinsamer Eiablage mit verwandten Arten, was Hybridisierung begünstigt.

Im Aquarium kann die Art prinzipiell nach Salmler-Manier nachgezüchtet werden. In einem separaten, eher kühlen Zuchtbecken mit weichem bis mittelhartem Wasser, reichlich feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps und gedämpftem Licht setzt man ein gut konditioniertes Zuchtpaar oder eine kleine Gruppe ein. Nach reichlicher Fütterung mit Lebend- und Frostfutter und einem größeren Wasserwechsel laichen die Tiere meist morgens ab und verteilen den Laich im gesamten Becken. Da die Elterntiere Eier und Larven fressen, sollten sie nach dem Ablaichen entfernt oder die Eier in ein Aufzuchtbecken überführt werden. Der Schlupf erfolgt je nach Temperatur nach 1–2 Tagen; die Larven zehren kurz vom Dottersack und können dann mit feinem Staubfutter und Infusorien, anschließend mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden. Sehr sauberes Wasser und eine leichte Strömung sind für eine erfolgreiche Aufzucht wichtig.

  • Maximale Größe: ca. 7–9 cm
  • Herkunft: Nordamerika – vor allem Mississippi-Becken und Rio-Grande-System; besiedelt vielfältige Fließgewässertypen mit Sand-/Schluffsubstrat, Rauschen/Stromschnellen und ruhigen Becken
  • Besonderheiten: extrem anpassungsfähiger, widerstandsfähiger Schwarmfisch für temperierte Aquarien; sehr aktiv und teils forsch, daher nur mit schnellen, robusten Beifischen vergesellschaften; benötigt viel Schwimmraum, hohe Sauerstoffsättigung und eine größere Gruppe Artgenossen.

Steckbrief zum Notropis lutrensis

Nahrung

, ,