
Brochis sp 352
Nicht eindeutig bestimmte Großpanzerwels-Form aus der Gattung Brochis, die im Handel unter dem Exportcode „sp 352“ geführt wird. Wie andere Brochis stammt sie sehr wahrscheinlich aus ruhigen Uferzonen und Altarmen westlicher Amazonas-Nebenflüsse in Südamerika, mit feinem Sand, Wurzeln, größeren Ästen und Bereichen mit Laubansammlungen. Dort herrscht weiches, leicht saures, gut sauerstoffreiches Wasser mit eher geringer bis moderater Strömung. Im Aquarium benötigt Brochis sp 352 ein gut eingelaufenes Becken mit ausreichend Grundfläche, Feinsand als Bodengrund und einer größeren Gruppe Artgenossen.
Größe & Erscheinungsbild
Brochis sp 352 gehört zu den größer werdenden Panzerwelsen und erreicht je nach Herkunft und Fütterung etwa 7–8 cm Gesamtlänge, einzelne Tiere können noch etwas größer werden. Typisch für Brochis ist der hochrückige, kräftige Körperbau mit breiter Brustpartie und einer deutlich höheren Rückenflosse als bei klassischen Corydoras-Arten. Die Rückenflosse besitzt deutlich mehr Flossenstrahlen als bei Corydoras, was ihr ein „segelförmiges“ Aussehen verleiht.
Die Grundfärbung ist beige bis olivbraun mit metallisch grünlichen oder bronzenen Reflexen auf den Flanken; je nach Fundort und Importcharge können Längsbänder, Fleckenreihen oder ein angedeutetes Marmorierungs-Muster auftreten. Die Bauchseite ist heller, die Flossen meist transparent bis leicht gelblich bis graubraun getönt. Wie alle Panzerwelse trägt die Art ein Paar lange Barteln, die zur Nahrungssuche im Substrat eingesetzt werden. Geschlechtsunterschiede zeigen sich wie üblich bei Panzerwelsen: Weibchen werden deutlich kräftiger und breiter, besonders im Bauchbereich, Männchen bleiben schlanker und wirken im Verhältnis zur Körperlänge etwas langflossiger.
Natürlicher Bezug & Herkunft
Da Brochis sp 352 bisher nicht wissenschaftlich beschrieben ist und nur unter einem Export-/Handelscode auftritt, werden exakte Fundorte selten angegeben. Brochis-Arten im Handel stammen jedoch überwiegend aus dem westlichen und zentralen Amazonasbecken (Peru, Brasilien, Ecuador), wo sie in Nebenflüssen, Zuflüssen größerer Ströme sowie saisonal überschwemmten Wald- und Wiesenbereichen vorkommen.
Bevorzugt werden flache Uferzonen mit langsam fließendem Wasser, sandigem bis feinkiesigem Untergrund, eingespülten Ästen, Wurzeln und einer teils dicken Schicht aus Laub und Detritus. Das Wasser ist meist weich bis mittelhart, überwiegend leicht sauer bis neutral und durch Huminstoffe oft schwach bräunlich getönt. In diesen Habitaten herrscht – insbesondere entlang der gut durchströmten Uferbereiche – eine gute Sauerstoffversorgung, während die Strömung insgesamt eher moderat bleibt.
Verhalten
Brochis sp 352 ist – wie alle Panzerwelse – ein ausgeprägt geselliger Bodenfisch, der sich in Gruppen deutlich wohler und sicherer fühlt als einzeln oder paarweise. Die Tiere durchstöbern in lockeren Trupps den Bodengrund, gründeln im Sand nach Futter und ruhen gern gemeinsam unter Wurzeln oder in geschützten Ecken. Innerartliche Auseinandersetzungen bleiben innerhalb einer ausreichend großen Gruppe (mindestens 6–8 Tiere, besser mehr) auf kurze Drohgebärden und Rangordnungskämpfe ohne ernsthafte Verletzungen beschränkt.
Gegenüber anderen Fischen gelten Brochis als friedlich und lassen sich gut mit ruhigen bis mittelschwimmfreudigen Salmlern, kleineren Buntbarschen und anderen friedlichen Bodenfischen vergesellschaften, solange diese nicht an Barteln oder Flossen zupfen. Scheue Arten profitieren von gedämpftem Licht, dichter Randbepflanzung und zahlreichen Verstecken; dann zeigen die Tiere ein lebhaftes, neugieriges, aber nicht hektisches Such- und Sozialverhalten.
Aquarienhaltung
Aufgrund der Endgröße und des recht massiven Körperbaus ist für Brochis sp 352 ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge empfehlenswert; für größere Gruppen (10+ Tiere) sind 100 cm oder mehr sinnvoll. Entscheidend ist eine ausreichend große, zusammenhängende Bodenfläche. Der Bodengrund sollte aus feinem Flusssand oder sehr feinem, abgerundetem Kies bestehen, damit die empfindlichen Barteln beim Gründeln nicht verletzt werden.
Struktur bieten verzweigte Wurzeln, Steine mit glatten Kanten, Laub und einige dichte Pflanzengruppen; gleichzeitig sollte genug freie Sandfläche zum Suchen und Ruhen bleiben. Bereiche mit Laubansammlungen (z. B. Buche, Eiche, Seemandel) wirken sehr natürlich und stellen zusätzliche Mikrohabitate und Aufwuchsflächen bereit. Die Filterung kann kräftig sein, sollte aber keine starke Punktströmung direkt am Bodengrund erzeugen. Wichtig sind eine gute Sauerstoffversorgung, stabile Wasserparameter und regelmäßige, größere Wasserwechsel (wöchentlich etwa 30–50 %), da Großpanzerwelse empfindlich auf hohe Keim- und Schadstoffbelastung reagieren. Ein gut eingelaufenes Aquarium ist Pflicht.
Wasserparameter
- Temperatur: 23–27 °C
- pH-Wert: 6,0–7,5
- Härte: weich bis mittelhart
Ernährung
Brochis sp 352 ist ein überwiegend carnivorer Bodenbewohner, der in der Natur kleine Wirbellose, Insektenlarven, Würmchen und andere Kleintiere sowie etwas Detritus aufnimmt. Im Aquarium eignet sich eine abwechslungsreiche Kombination aus sinkenden, hochwertigen Granulaten und speziellen Panzerwels- oder Bodenfisch-Tabletten, die den Fischen gezielt am Boden angeboten werden. Ergänzend sollten regelmäßig Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Daphnien oder feines Krill gereicht werden.
Futter sollte möglichst über die gesamte Bodenfläche verteilt werden, damit rangniedere Tiere nicht zu kurz kommen. Auf sehr fettreiche Futtersorten und zu große Einzelgaben sollte verzichtet werden, um Wasserbelastung und Verfettung vorzubeugen. Ein bis zwei Hauptfütterungen pro Tag, ggf. mit einer zusätzlichen kleineren Abendgabe, haben sich bewährt.
Fortpflanzung
Zur gezielten Nachzucht von Brochis-Formen wie sp 352 liegen bislang nur wenige belastbare Berichte vor, grundsätzlich orientiert sich das Fortpflanzungsverhalten aber am klassischen Panzerwels-Schema. Zur Laichstimulation werden meist kühlere, weiche Wasserwechsel eingesetzt, die einen Regenzeit-Einbruch imitieren. Bietet man mehrere Männchen und Weibchen in einem gut strukturierten Becken, beginnt nach erfolgreicher Konditionierung eine lebhafte Balz mit Verfolgungen und typischer „T-Stellung“.
Die Eier werden in kleinen Portionen abgelegt, häufig an feinfiedrigen Pflanzen, Wurzeln oder den Scheiben. Adulte Tiere können Laich und Jungfische fressen, daher ist entweder die Umsetzung der Laichelter nach der Eiablage oder das Umsetzen der Eigelege in ein separates Aufzuchtbecken sinnvoll. Die Larven schlüpfen – abhängig von Temperatur – nach wenigen Tagen, der Dottersack wird innerhalb weiterer 2–3 Tage aufgebraucht. Als Erstfutter eignen sich Infusorien und sehr feines Staubfutter, bald darauf frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und fein zerkleinertes Frostfutter. Sehr sauberes Wasser, feiner Sandboden und reichlich Mikrostrukturen (Laub, Moospolster) erleichtern die Aufzucht.
- Maximale Größe: ca. 7–8 cm
- Herkunft: Südamerika; vermutlich westliches/zentraleres Amazonasbecken (genaue Lokalität je nach Importcharge)
- Besonderheiten: noch unbeschriebene Großpanzerwels-Form (Handelscode „sp 352“); benötigt feinen Sandboden, größere Gruppe und gut sauerstoffreiches, sauberes Wasser; ideal für geräumige Gesellschafts- oder Artbecken mit ruhigen Beifischen.
Steckbrief zum Corydoras julii
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