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Zwerggiraffenwels -

Anaspidoglanis macrostomus

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Zwerggiraffenwels – Anaspidoglanis macrostomus

Kräftiger, mittelgroßer Raubwels aus west- und zentralafrikanischen Flusssystemen (Unterguinea und nördliches Kongobecken). Der Zwerggiraffenwels bewohnt überwiegend langsam bis moderat fließende Flüsse, Altarme und Überschwemmungsflächen mit weichem Sand- bis Schlammboden, eingestreuten Steinen, Wurzeln und Totholz. Tagsüber versteckt er sich in Höhlen, unter Wurzeln oder im Substrat, in der Dämmerung geht er aktiv auf Nahrungssuche. Im Aquarium benötigt er ein großes, sehr gut eingelaufenes Becken mit weichem Sand als Bodengrund, vielen Verstecken, guter Sauerstoffversorgung und stabilen Wasserwerten.

Größe & Erscheinungsbild

Anaspidoglanis macrostomus erreicht in der Natur Längen bis etwa 24–28 cm, im Aquarium bleiben viele Tiere meist bei rund 18–22 cm. Der Körper ist langgestreckt und seitlich leicht zusammengedrückt, mit relativ gleichbleibender Tiefe und abgestutzter Schwanzflosse. Der Kopf ist breit und abgeflacht mit kurzer, abgerundeter Schnauze und großem Maul; die Augen sind klein und eher oberständig. Es sind drei Paar langer Barteln vorhanden, die bei der Nahrungssuche im Substrat eingesetzt werden. Die Grundfärbung reicht von gelblichbraun bis graubraun, die Flanken tragen fünf dunklere Querbänder aus großen Flecken, dazwischen liegen Reihen kleinerer Punkte; Rücken- und Schwanzflosse zeigen Reihen dunkler Tupfen auf gelblich bis rötlichbraunem Grund. Ausgewachsene Weibchen wirken meist fülliger, Männchen bleiben etwas kleiner und können insgesamt dunkler gefärbt sein.

Natürlicher Bezug & Herkunft

Die Art (in der Literatur als Notoglanidium macrostoma geführt, mit Anaspidoglanis macrostomus als Synonym) ist in unteren Guinea-Flusssystemen vom Sanaga in Kamerun bis zum Chiloango in Angola sowie im nördlichen Kongobecken verbreitet, darunter Nyong, Dja, Ogooué, Loémé, Sangha und mittlerer Kongo in Kamerun, Gabun, Republik Kongo, DR Kongo und Angola. Die Tiere besiedeln demersale Bereiche größerer Flüsse und Nebenarme mit sandig- bis schlammigem Untergrund, teils mit Geröllfeldern, Wurzelwerk und Bereichen mit Laubansammlungen. Das Wasser ist tropisch warm, meist gut durchlüftet und reicht von leicht sauer bis schwach alkalisch; während Hochwasserphasen nutzen die Fische auch überflutete Uferzonen und Flutebenen zur Nahrungssuche.

Verhalten

Zwerggiraffenwelse sind dämmerungs- und nachtaktive Bodenfische mit ausgeprägtem Raubverhalten. Tagsüber ziehen sie sich in Höhlen, unter Wurzeln oder in andere Schattenplätze zurück und kommen vor allem bei schwacher Beleuchtung oder zur Fütterungszeit zum Vorschein. Sie durchwühlen den Bodengrund nach Futter und können dabei Pflanzen ausheben. Gegenüber größeren, robusten Mitbewohnern sind sie meist friedlich, kleine Fische werden hingegen als Beute betrachtet. Untereinander und gegenüber anderen bodenorientierten Fischen können sie deutlich territorial sein, insbesondere in beengten Verhältnissen oder bei Konkurrenz um Verstecke. In üblichen Heimaquarien empfiehlt sich die Haltung als Einzeltier oder – in sehr großen Becken mit vielen Strukturen – in lockerer Gruppe mit reichlich Verstecken.

Aquarienhaltung

Für einen Zwerggiraffenwels sollte man ein Aquarium mit mindestens 150 cm Kantenlänge und großzügiger Grundfläche einplanen, da die Art kräftig, bewegungsfreudig und stark fressend ist. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, um die empfindlichen Barteln beim Gründeln zu schützen; gröberer Kies ist ungeeignet. Als Einrichtung dienen stabil aufgesetzte Steine, Wurzeln, Höhlen und Rohre, die zahlreiche Verstecke und Schattenplätze bieten. Da die Tiere gern graben, müssen Steine und Dekoration sicher auf dem Aquarienboden stehen, nicht auf dem Substrat. Bepflanzung gelingt am besten mit robusten Aufsitzerpflanzen (z. B. Anubias, Javafarn) auf Wurzeln und Steinen, da im Bodengrund eingesetzte Pflanzen leicht ausgegraben werden.

Eine kräftige Außenfilterung mit gut bewegter Wasseroberfläche, moderater Strömung und hohem Sauerstoffgehalt ist wichtig, da die Tiere viel Futter aufnehmen und entsprechend Stoffwechselprodukte einbringen. Wichtiger als extrem „sterile“ Wasserwerte sind Stabilität und niedrige Stickstoffbelastung; regelmäßige, größere Wasserwechsel (ca. 30–50 % pro Woche) sind Pflicht. Die Beleuchtung sollte eher gedämpft sein, gerne mit Schwimmpflanzen oder dunklen Ecken; unter solchen Bedingungen zeigen die Welse ein natürlicheres Verhalten und sind häufiger zu beobachten. Ein gut eingelaufenes, biologisch stabiles Aquarium ist Voraussetzung, bevor ein Zwerggiraffenwels eingesetzt wird.

Wasserparameter

  • Temperatur: 22–27 °C
  • pH-Wert: 6,5–8,0
  • Härte: weich bis hart

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Zwerggiraffenwels opportunistisch von Fischbrut und kleinen Fischen, Krebstierchen, Insektenlarven, Würmern sowie auch etwas pflanzlichem Material. Im Aquarium nimmt er gierig verschiedenes Frost- und Lebendfutter (z. B. Mückenlarven, Krill, Muschelfleisch, Garnelenstücke, Regenwürmer, Stücke von Fischfilet) an. Ergänzend sollte regelmäßig ein geeignetes, sinkendes, hochwertiges Granulat für größere Raubfische sowie kräftige Wels-Tabletten oder -Pellets angeboten werden, die in der Dämmerung oder bei gedämpftem Licht ins Becken gegeben werden. Kleine Fische werden schnell als Futter angesehen und sollten nicht vergesellschaftet werden. Aufgrund der Neigung zur Verfettung sollten ausgewachsene Tiere nur zwei- bis dreimal pro Woche kräftig gefüttert werden, statt täglich große Mengen zu geben.

Fortpflanzung

Die Art wurde im Aquarium bislang nur zufällig nachgezogen. Aus Beobachtungen geht hervor, dass Zwerggiraffenwelse in Höhlen oder unter flachen Steinen Laichplätze anlegen und dort Nester mit Eiern bewachen. Vor allem das Männchen beteiligt sich an der Brutpflege, die Jungfische werden nach dem Schlupf noch einige Zeit in der Nähe des Nests bewacht; nach etwa zwei Wochen sind die Larven freischwimmend. Konkrete Auslöser (z. B. Temperatur- oder Wasserstandsschwankungen) sind nicht sicher bekannt. Für Zuchtversuche wären ein sehr großes, gut strukturiertes Spezialbecken, weicher Sand, viele Höhlen und eine reichliche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter sinnvoll; verlässliche, reproduzierbare Hobbyerfahrungen liegen derzeit aber kaum vor.

  • Maximale Größe: ca. 24 cm (in der Natur bis etwa 28 cm)
  • Herkunft: West- und Zentralafrika; Unterguinea-Flusssysteme (Sanaga, Nyong, Dja, Ogooué, Loémé, Chiloango) und nördliches Kongobecken
  • Besonderheiten: dämmerungs- und nachtaktiver Raubwels, frisst kleine Fische; ausgeprägter Gründler – Feinsand als Bodengrund Pflicht; braucht großes, sehr gut gefiltertes und gut eingelaufenes Aquarium mit vielen Verstecken; am besten einzeln oder nur in sehr großen Becken mit weiteren robusten Großfischen halten.

Steckbrief zum Anaspidoglanis macrostomus

Nahrung

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